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Erstellungsdatum: 13. Juli 2017, 16:17 Uhr


Bearbeiter: Edith Köchl

„MARIA THERESIA UND DIE KUNST"

 

Ausstellung im Unteren Belvedere bis 5.November 2017.....

 

 

Anlässlich des 300. Geburtstages von Maria Theresia beleuchtet das Belvedere den Bezug der Herrscherin zur bildenden Kunst. Dabei fördert Kurator Georg Lechner  spannende Details zu Tage. So war Maria Theresia in ihrer Kunstauffassung sehr frei und unverbildet. Die rund 120 Werke umfassende Schau zeigt, welche Bedeutung das kulturelle Engagement der „Herrin im Hause Österreich" für die Nachwelt hatte.

Gezeigt wird in sechs Abschnitten Maria Theresias Zugang zur bildenden Kunst:
Die Kaiserin war sich ihrer Repräsentationspflicht natürlich bewusst. Gleichzeitig machte aber ein geschmälertes Budget die Erwerbung von Werken alter Meister nur sehr eingeschränkt möglich. So beschäftigte Maria Theresia vor allem zeitgenössische Künstler aller Metiers und bewies damit Mut zu unkonventionellen Lösungen und ein sehr progressives Kunstverständnis. Bis heute prägt die Auftrags- und Ankaufspolitik der Herrscherin einen Teil der Sammlungen des Belvedere.

„Als historische Einstimmung zeigen wir im ersten Abschnitt der Ausstellung Beispiele der Porträtmalerei, die zur Zeit Maria Theresias einen starken Aufschwung erfuhr. Zu den Lieblingsporträtisten der Kaiserin zählte allen voran Martin van Meytens d. J., der den Geschmack des Kaiserhauses wohl am besten traf", so Kurator Georg Lechner.
Daneben waren es die Werke Jean-Etienne Liotards, aber auch zahlreicher weiterer Künstler, die von der Kaiserin besonders geschätzt wurden.

Ein weiteres Kapitel der Schau ist dem Bildhauer Balthasar Ferdinand Moll gewidmet, der ebenfalls zu den Favoriten der Kaiserin zählte und mit zahlreichen Aufträgen bedacht wurde. Sein Hauptwerk bildet der noch heute in der Kapuzinergruft befindliche
Doppelsarkophag der Monarchin und ihres Gemahls Franz Stephan. Die Dubletten der Seitenreliefs mit Szenen aus dem Leben des Herrscherpaares gelangten in die kaiserlichen Sammlungen und werden in der Ausstellung gezeigt.

Wilhelm Beyer war u.a. in Ludwigsburg in der Porzellanmanufaktur tätig, bevor er im Jahr 1773 vom Kaiserhaus mit der skulpturalen Ausstattung des Schönbrunner Schlossparks beauftragt wurde. Für die zeitgerechte Fertigstellung des Großauftrags mit 36 Statuen wurden 16 Bildhauer beschäftigt, die sich zu prägenden Gestalten auf dem Gebiet der Skulptur entwickelten. Beyer und seinem Kreis ist daher auch ein Abschnitt gewidmet.

Ein eigenes Kapitel befasst sich mit Maria Theresias Bezug zum Belvedere. Die Monarchin erwarb das Ensemble mitsamt den Gartenanlagen 1752 von Prinzessin Victoria, der Nichte Prinz Eugens von Savoyen. Dazu Stella Rollig, Generaldirektorin des Belvedere:„Maria Theresia und ihr Sohn Joseph II. entschieden, die kaiserlichen Sammlungen von der Stallburg in das ehemalige Repräsentationsschloss Prinz Eugens zu verlegen. Damit wurde das Belvedere im Jahr 1777 als Bildungsinstitution und Museum erstmals für alle Bürger frei zugänglich. Die in der Ausstellung präsentierten Gemälde waren bereits damals Teil der Sammlung ".

In einem weiteren Abschnitt rückt die Landschaftsmalerei besonders von Johann
Christian Brand in den Fokus. 1765 zum Kammermaler ernannt und später mit einer
Professur an der Wiener Akademie bedacht, entwickelte sich der Künstler zum bedeutendsten Landschaftsmaler seiner Zeit. Maria Theresia beauftragte ihn mit der „Reiherbeize" in Laxenburg und der „Schlacht bei Hochkirch" für die Ausstattung der kaiserlichen Residenzen. Beide Bilder befinden sich heute in der Sammlung des Belvedere.

Außerdem ist den Entwürfen für Deckenfresken und Allegorien ein Kapitel in der
Ausstellung gewidmet. Diese gelten als Charakteristikum für das Habsburgerreich zur Zeit Maria Theresias und dienten der Verherrlichung des Herrscherhauses. Zu sehen sind Ölskizzen von Franz Anton Maulbertsch, Gregorio Guglielmi, Daniel Gran
u.a.m.
 

Ausstellungskatalog:

Maria Theresia und die Kunst, Herausgeber:Stella Rollig, Georg Lechner / € 34,-

Belvedere

Prinz Eugen-Straße 27

1030 Wien

Tel.: +43 1 79557-0
www.belvedere.at

Fotos:
1) Ausstellungsansicht „Maria Theresia und die Kunst" /©Belvedere,Wien / Foto: Johannes Stoll
2) Friedrich Heinrich Füger: Kaiserin Maria Theresia im Kreise ihrer Kinder, 1776 /
© Belvedere, Wien
3) Daniel Schmidely: Maria Theresia im ungarischen Krönungskleid, 1742 /
© Galeria mesta Bratislavy
4) Johann Christian Brand: Schlacht bei Hochkirch, nach 1769 / © Belvedere,Wien
5) Franz Anton Maulbertsch: Huldigung für Kaiserin Maria Theresia / Entwurf für das von Johann Veit Kauperz radierte und gestochene Frontispiz des fünften Bandes des "Supplementum Codicis Austriaci", um 1769  / ©Belvedere, Wien

 

 





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