Noch zwei Weintage im MuseumsQuartier
Klapotetz in der Steiermark
Text: Hannes Gans
Fotos © Eva Wrazdil
Freitag, 26. März 2010, ist Tag des Steirischen Weins. Ungefähr 60 Produzenten aus den drei steirischen Weinbaugebieten stellen anlässlich der Jahrgangspräsentation in Wien im MQ ihre Weine vor. Ob Sie die leichten, verführerisch fruchtigen Weine der klassischen Linie schätzen oder die gehaltvollen, kräftigen Lagenweine, in denen sich das das Terroir spiegelt, die Steiermark bietet sowohl als auch. Nicht zu vergessen die Schilcher, die Rotweine, die edelsüßen Raritäten...
Aufgrund der vielen extra für diesen Event aus der Steiermark anreisenden Winzer und der hohen Anzahl an Weinen, aus denen Sie wählen können, ist es sehr zu empfehlen, die Veranstaltung soweit möglich schon in den Nachmittagsstunden zu besuchen.
Nach Ostern (Dienstag, 13. April 2010) schließen die heurigen Weintage mit einem Überblick über Niederösterreichs Weinlandschaften und deren Winzer. Dieser Event soll beitragen, bestehende Kontakte zu pflegen und neue Weingüter zu entdecken. Es gibt keine Eingrenzung nach Sorten oder Gebieten, sodaß die Produzenten ihr gesamtes Sortiment präsentieren können und Sie den kompletten Überblick bekommen.
Im Mai folgen in den Weinbaugebieten des Landes jede Menge an Veranstaltungen ("Offener Keller"), bei denen Sie die Weine, die Sie an diesem "Weintag" aussuchen, direkt im Weingut abholen können.
Der Jungwinzertag am 16. März sorgte, zumindest bei mir, für gemischte Gefühle. Die jungen Damen und Herren aus dem Burgenland waren wie üblich mit großartigen Rotweinen vertreten, zum Beispiel gleich zwei Familien Nittnaus aus Gols. Weingut Nelly – Matthias – Andreas (www.nittnaus-gols.at) präsentierte Raritäten wie einen 2004 Ungerberg (Merlot, Blaufränkisch, Zweigelt) mit erstaunlich großer Textur, oder Matthias Nittnaus (www.nitt-wein.at) einen 2008 Blaufränkisch mit feinen Tanninen. Das Weingut Ernst (www.winery-ernst.at) mit Jungwinzer Bernhard fiel mit dem 2008 ZION auf, einem mittelburgenländischen Rotwein mit reifer Farbe (bereits ins Ziegelrot gehend), fruchtiger Süße und feinem Text.
Wenn bei den Roten die Süße gut angekommen ist, hat sie in den Weißen aus Niederösterreich und der Steiermark eher Befremden ausgelöst. Zugegeben, man hat als Koster eine bestimmte Erwartungshaltung. Frisch, trocken, pfeffrig sollten er sein, der Grüne Veltliner aus dem Weinviertel, und ebenso trocken und fruchtig der Welschriesling aus der Südsteiermark. Aber, und das schien mir beinahe ein Trend unter der betreffenden Winzerjugend zu sein, sehr viele Weine wiesen enorm hohe Mengen an Restsüße auf. Darauf angesprochen, erhielt man eher stereotyp die Antwort, dass die Kundschaft diese Harmonie von Säure und Zucker bevorzuge. Fallweise gaben die an sich sehr selbstbewussten Youngsters zu, dass im vorigen Jahr die Witterung früh für extrem hohe Zuckergrade in den Trauben geführt hatte und die Restsüße einfach ein Merkmal des jüngsten Jahrgangs (2009) darstellt.
