Kastanienerlebnisweg rund um Südtirols edle Stachelfrucht
Fotos: Tourismusverein Lana & Umgebung
Die stärkereiche Kastanie, in Südtirol auch „Kescht“ genannt, war im Mittelalter in den südlichen Alpenregionen ein Grundnahrungsmittel. Heute zieren die selten gewordenen Edelkastanien als ausgezeichnete Rarität die Südtiroler Küche.
In Lana & Umgebung gehört der Kastanienbaum seit jeher zum Landschaftsbild und zur Lebenskultur. Alles Wissenswerte um die stachelige Frucht erfahren Keschtnfans auf dem Südtiroler Kastanienerlebnisweg in Völlan, der zu Wanderungen durch die Kastanienhaine und zur Geschmacksanregung „anstachelt“. Der rund zwei Kilometer lange Rundweg beginnt direkt im Ortszentrum Völlan und führt über zehn Erlebnisstationen. Diese setzen sich mit der Herkunft, den biologischen Verwandten, den „botanischen“ Ansprüchen und Bedrohungen sowie der Geschichte und Kultur der „Castanea sativa“ auseinander.
In der Nähe liegen gemütliche Möglichkeiten zur Einkehr und – wenn die Zeit reif ist – zur Verkostung typischer Kastaniengerichte. Eine regionale Spezialität sind frisch gebratene Kastanien zu einem Glas „Sußer“ – so heißt der frisch vergorene Wein in Südtirol.
Ein kulinarischer Tipp sind die Kastanientage in Völlan und Tisens (17.–31.10.10), die unter dem Namen „Keschtnriggl“ mit vielen genussreichen Veranstaltungen aufwarten. Als „Keschtnriggl“ wird ein nach alter Tradition gefertigter Gebrauchsgegenstand aus Kastanienholz und Haselstaude bezeichnet. Erst werden die Keschtn auf offenem Feuer gebraten, dann im geflochtenen „Keschtnriggl“ gerüttelt. Die Schale löst sich und fällt durch die dünnen Ritzen auf den Boden, zurück bleiben die köstlichen Kastanien.
