Ein Sommer wie einst im ****Inselhotel am Faakersee

Badehaus
Text: Petra Pachler
Fotos: Ludwig Vysocan, PP

Man nehme ein kleines Eiland mitten im Faakersee, ein idyllisches Hotel mit nur 32 Zimmern und einen Badestrand mit Holzsteg wie aus den 50ern und fertig ist die perfekte Sommerfrische. Wo das zu finden ist, möchten Sie wissen? Wir verraten Ihnen gerne das Geheimnis eines erholsamen Sommerurlaubes wie anno dazumal:

Es handelt sich dabei um das Inselhotel Faakersee, das auf einer 8 ha großen Insel im Faakersee thront und sich wie die Sommerfrische für alte Adelsfamilien präsentiert. Schon die Überfahrt mit dem kleinen Motorboot ist ein Erlebnis – an der Schiffsanlegestelle am Festland befindet sich ein Telefon, mit dem der Bootsführer oder die Rezeption über die Ankunft der neuen Gäste informiert werden und in wenigen Minuten werden Passagiere und Gepäck an Bord geholt. Gemütlich tuckert das Schifflein über den Faakersee und die Ausstiegsstelle empfängt die Hotelgäste mit einem nostalgischem Holzsteg inmitten einer prächtigen Seerosenoase.  Der Hausmeister (so jemanden gibt es hier tatsächlich noch) befördert unser Gepäck aufs Zimmer und bereits auf dem Kiesweg zum Haus umfängt uns die friedliche Idylle einer Sommerfrische wie zu Kaisers Zeiten. Das Bild, das sich uns bietet, ist wie einer alten Postkarte entnommen, denn wir sehen Mädchen in weißen luftigen Sommerkleidchen über die Wiese laufen, einige Gäste halten ihren wohlverdienten Nachmittagsschlaf und das Fräulein aus dem Restaurant serviert den Eiskaffee eilig  - damit er nicht zerrinnt – den Gästen in das hoteleigene Seebad.

Familienbande
Es scheint, als wäre hier in dieser Oase die Zeit stehengeblieben. Auch das Hotel  wirkt eher wie das Landgut einer alten Adelsfamilie, als ein Haus, das Zimmer vermietet. Und eigentlich es auch fast so, denn als Gast ist man im ****Inselhotel Faakersee wie Teil einer großen Familie und nimmt Anteil am Tagesablauf der Inselbewohner. „Ob denn Maxi’s aufgeschlagenes Knie schon abgeheilt wäre“ wird besorgt nachgefragt und am Frühstückstisch werden die Pläne für den heutigen heißen Tag ausgetauscht. Das Hotel und die Insel  sind in Familienbesitz und das merkt der Gast ganz deutlich an der persönlichen Betreuung, die durch die relativ hohe Zahl von 35 Mitarbeiter für maximal 100 Gäste besonders intensiv ausfällt . Da kommt auf jeden Gast genügend persönlicher Betreuung.

Oberkellner Willi ist sehr bemüht, auch wirklich den schönsten Tisch im schattigen Garten mit dem herrlichen, alten Baumbestand zu finden und Christian, der Bademeister stapft unverdrossen durch den gesamten Badebereich, um für die Neuankömmlinge ein schattiges Plätzchen mit dem besten Blick auf den See zu finden. Alles  ganz wichtige Kriterien an diesen heißen Sommertagen, wo die 30°C Marke bereits vormittags überschritten wird. Auf unserem ersten Inselrundgang sind wir noch unschlüssig, ob wir gleich ins kühle Nass springen sollen oder doch erst ein wenig Zeit auf dem Bankerl gleich neben der Anlegestelle mit Blick auf den See genießen sollen – direkt neben dem Seerosenmeer, Sie erinnern sich. Es siegt die verlockende Bank unter dem alten Baum und die Entscheidung war gut, denn wir brauchen diese paar Minuten, um von der Hektik des Anreisestaus  in die verwunschene Atmosphäre  dieser Insel eintauchen zu können.

Oben erwähnter Christian herrscht nicht nur über die Liegen samt Sonnenschirmen, sondern er sorgt auch sonst für Ruhe und Ordnung an diesem idyllischen Badestrand, er verwaltet den Saunaschlüssel, auch die Surfbretter und Segelboote werden von ihm ausgegeben und nicht zu vergessen natürlich das alte Ruderboot aus Holz, mit dem sich die kleine Insel so richtig passend zum ganzen Flair umrunden lässt. In versteckten Buchten lässt sich für ein Bad im See halten und die müden Schwimmer vom Festland  gönnen sich hier ebenfalls eine Ruhepause. Wir ankern in einer der Buchten, lassen uns die Sonne auf den Bauch scheinen und dämmern beim sanften Schaukeln der Wellen in einen Zustand der völligen Entspannung. Das letzte Geräusch, das wir bewusst wahrnehmen, ist das sanfte Säuseln des Schilfes, das sich langsam im lauen Lüftchen wiegt.

Zurück am (Insel)Land durchforschen wir den Märchenwald, der vor allem für die Kinder ein schier endloses Refugium an Abenteuern bereithält. Und zwar, wenn von den Eltern so gewollt, unter der Obhut von Alexandra, der Kinderbetreuerin im Hotel.

Christian überwacht auch ein bisschen den Wasserspaß der Kids, die den Badesteg manchmal in eine Wettkampfarena verwandeln, damit auch die Schwimmer ungestört ihre Runden drehen können und er weist auch den wenigen Tagesgästen, die die Abgeschiedenheit der Insel genießen möchten,  ihre Plätze auf einer separaten Wiese zu. Neun Euro sind von den Tagesgästen für die Benutzung des alten Seebades zu bezahlen, dazu kommen noch 2,50 Euro für die Überfuhr. Hotelgäste haben all das natürlich kostenlos,  inklusive des denkmalgeschützten Badehauses aus dem Jahr 1929, das nach den Plänen des Architekten Franz Baumgartner erbaut wurde, der auch für die Architektur rund um den Wörthersee verantwortlich zeichnet. Das Badehaus thront wie eine alte Villa über der Liegewiese und beherbergt heute die Sauna mit direktem Seezugang, Massage, Duschen und Umkleidekabinen. Das Fitness-Center des Hotels befindet sich auf dem See und heißt Ruderboot, Surfen und vor allem Schwimmen – im Sommer gibt’s einfach kein besseres Training, das obendrein im wärmsten See Österreichs ohnedies pures Vergnügen ist. Wie eine große Badewanne ist der See stundenlanger Anziehungspunkt für Groß und Klein.

Ein Sommer wie damals
Wem diese Idylle dann doch zu ruhig ist, kann auf dem Tennisplatz und dem Golfabschlagplatz der Ruhe entfliehen und seinen sportlichen Ambitionen nachgehen. Aber nicht zu viel bitte, denn das könnte der Beschaulichkeit hier Abbruch tun.
Viele Generationen finden hier gemeinsame Urlaubfreuden und so sieht man oftmals Oma, Mama und den Nachwuchs unter der Woche gemeinsam am Frühstückstisch das frische Gebäck genießen und am Freitag reisen dann oft  auch die Väter an – sehr froh, der Hitze des Büroalltages mit all seinem Stress für ein Wochenende zu entfliehen und sich von der Erholung anstecken zu lassen.
Nur drei Tage verbringen wir hier auf dieser Insel, sind aber entspannt und so weit weg von der Hektik des Festlandes, als wären wir Wochen weggewesen.
Es liegt wohl daran, dass hier die Uhren ein wenig anders gehen oder besser gesagt, eigentlich gar nicht, denn irgendwann einmal fällt uns auf,  dass es hier keine Uhr gibt, die die Zeit einmahnt und zum nächsten Programmpunkt treibt. Ganz ungewohnt ist das und vor allem sehr angenehm und auch die Gäste hier unterscheiden sich ein bisschen von den gewohnten Touristen: Ein leises Sprachengewirr aus Englisch, Französisch und Niederländisch begleitet uns auf dem Spaziergang durch den Inselwald, der immer wieder herrliche Ausblicke auf den türkisblauen See mit all seinem bunten Treiben freigibt. Und passend kommt da auch schon das Ruderboot, in dem ein  älterer Herr mit  Strohhut  die Sonnenstrahlen genießt-  er wirkt, als wäre er einem Bilderbuch entsprungen. Auch die Kinder hier sind irgendwie anders und haben Namen wie Gertrude, Friederike und Felix – was soviel bedeutet wie „der Glückliche“, passt doch irgendwie, oder?

Am Festland rund um den See gäbe es eine Menge Möglichkeiten für Ausflüge und Wanderungen und hier sei die Burg Landskron erwähnt, die sich im selben  Familienbesitz wie Insel und See befindet. Aber eigentlich ist es fast schade, die Insel und die Idylle der nostalgischen Sommerfrische zu verlassen, auch wenn ein Landgang gar kein Problem darstellt, da das Fährschiff rund um die Uhr verkehrt. Einfach Knopf drücken, anrufen und schon kann’s  losgehen zum Nightlife am Faakersee. Aber unter uns gesagt, der Grillabend auf der Terrasse des Inselhotels ist viel gemütlicher!
Gerne würden wir noch  bleiben und einige Tage in der an die k.u.k. Zeit angelehnten Sommerfrische genießen, doch leider ruft die Arbeit. Aber gut möglich, dass wir diese Zeitreise ein zweites Mal machen, denn der nächste Sommer kommt bestimmt – auf der Insel im Faakersee!
Wir empfehlen Ihnen, sich unbedingt auch einmal eine Auszeit in dieser zeitlosen Idylle zu gönnen und zwar bald, denn die Saison im Inselhotel endet bereits Ende September. Wir sollten jetzt der Vollständigkeit halber noch anführen, wofür sich das Inselhotel besonders eignet, nämlich für Hochzeitsfeiern und ein romantischen Wochenende für Verliebte, aber das haben Sie beim Lesen der Geschichte sicher schon selbst erkannt, oder?

Die Preise bewegen sich von 73,00 Euro pro Person in der Vorsaison inklusive Frühstücksbuffet und 4-Gang-Abendmenü bis 105,00 Euro in der Hauptsaison. Die Kombüse, wie die Küche im Prospekt passenderweise bezeichnet wird, ist übrigens sehr empfehlenswert und wird auch von den Tagesgästen gerne in Anspruch genommen.

Inselhotel  Faakersee
9583 Faak am See/Kärnten
T: +43 (0) 4254 2145
E:
info@inselhotel.at
www.inselhotel.at