Kleine weiße Punkte auf dem türkisblauen Wasser und Häuser wie Spielzeugschachteln – so zeigt sich das Panorama des Wörthersees vom Pyramidenkogel.
Aus einer Höhe von 900 m wirken die Ortschaften rund um den See wie aus einem Puppenhaus, das sich malerisch an das Ufer des Sees schmiegt. Und wie auf einer Postkarte wird der türkisblaue See von den Wäldern umrahmt. Der Aussichtsturm ist der beste Punkt, um den Wörthersee mit all seinen Buchten und den oft schlossartigen Bauten und Villen, die vorwiegend aus dem 19. Jahrhundert stammen, so richtig zu begreifen. Der Aussichtsturm auf dem Pyramidenkogel wird im Herbst abgetragen und seine derzeitige Höhe von 50 Metern durch einen Neubau verdoppelt – ob man dann noch mehr sehen kann?
Jetzt aber verleiht das heraufziehende Gewitter der fröhlichen Ferienstimmung etwas mystisches, dunkle Wolken schieben sich über das Puppenhaus und führen dazu, dass wir den Turm recht rasch verlassen.
Beim Höhenwirt auf halber Strecke ins Tal kehren wir ein und dort empfängt uns ein Kräuterparadies wie aus dem Biologiebuch. Mama Miklautz herrscht über das Reich der Kräuter und kennt jede einzelne ihrer Biopflanzen, die im Wechselanbau blühen. Die Gurken schlummern noch unter der Plane, während sich die Zitronenmelissen schon eifrig am Zaun entlang ranken und die Unmengen an Ribiselstauden lassen erahnen, dass es dann zur Reifezeit beim Höhenwirt einen phänomenalen Ribiselkuchen vom Blech geben wird. Wie hier überhaupt sehr bodenständig gekocht wird, das Fleisch kommt von den umliegenden Bauern, die Fische aus dem eigenen Fischwasser und über all das wacht die Frau Mama, die trotz ihrer achtzig Jahre das – kompetente – Sagen hat. Aus allem, was aus der Küche des Höhenwirtes kommt, schmeckt man die Frische der Region – der Mix aus Bodenständigkeit eigener Produkte, gehobener Qualität und gutem Preis ist hier gelungen und das wurde auch mit einer Haube belohnt.
Locker und entspannt den Wörthersee umrunden, ohne Anstrengung der Bein-muskulatur und trotzdem flott unterwegs sein. Wie das möglich ist?
E-Bike ist das Zauberwort für müheloses Radeln auf längeren Strecken und das motiviert natürlich ganz besonders auch die nicht so geübten Pedalritter.
Wie die E-Bikes überhaupt in der Region Wörthersee der Hit der heurigen Sommersaison sind. In zahlreichen Betrieben und beim Tourismusverein sind die Räder zu leihen und wenn die Batterie wieder neuen Saft braucht, kann der Akku bei über 30 Ladestationen wieder aufgeladen werden. Aber bitte unbedingt das Aufladegerät samt Kabel mitnehmen! Und so einfach funktioniert der Speed-Spaß: Schlüssel für das E-Bike an der Hotelrezeption abholen, rein ins Schloss und umdrehen, Speed dazu schalten und los geht’s. Wir versuchten uns an der Strecke in Velden und traten zu Beginn erstmal so richtig in die Pedale, wie man es als Radfahrer halt so gewohnt ist. Bis wir dann den schwarzen Knopf für den Elektromotor drückten und ein plötzlicher Energieschub von hinten unser Tempo regelrecht beflügelte.
Wirklich erhebend war dann die relativ steile Auffahrt zu unserem Hotel Park‘s, bei der sich der Elektormtor nochmals mit einem hörbaren Surren zugeschaltet hatte und wir hoch erhobenen Hauptes die steilen Serpentinen hinauf radelten - E-Biken verleiht (fast) Flügel! Der Radweg um den Wörthersee führt am Nordufer 1,2 km an der Straße, während er am Südufer durch das Keutschacher Seental abseits der Straße verläuft. Wer allerdings am See entlang radeln möchte, muss auch hier bei manchen Strecken mit der Straße vorlieb nehmen. Zwölf Euro am Tag wird für den Spaß der E-Bikes und E-Scooter fällig, allerdings ist eine Reduktion um 30 Prozent mit der Wörthersee Card möglich. Diese Card gibt es gratis für alle Urlauber, die in einem der 130 Mitgliedsbetriebe nächtigen. Praktisch ist diese Card, denn sie ermöglicht Ermäßigungen bei mehr als 100 Ausflugszielen und der für alle Wörtherseeurlauber zu empfehlen. All jene Urlauber, deren Unterkunft nicht zu den Mitgliedsbetrieben zählt, können die sieben Tage gültige Wörthersee Card ab 39,00 Euro (in der Vor/Nachsaison) in den Tourismusbüros der Region kaufen. www.card.woerthersee.com
Wörthersee-Rundwanderweg
Türkisblau liegt er vor uns, der See, und diese schillernde Farbe entsteht durch die Reflexion der Sonne mit den Kalkpartikeln am Grund des Sees. Das wollen wir doch mal ganz aus der Nähe betrachten und besteigen eines der vier Wörthersee-Schiffe, die ihre Ausflugfahrten über den See anbieten und schippern gemütlich nach Reifnitz. Mal abgesehen vom Pyramidenkogel ist die Region rund um den See eigentlich nur vom Wasser aus so richtig zu genießen, denn wie Perlen reihen sich die Ortschaften am See aneinander und ein Schlösschen wirkt verwunschener als das andere. Viel Prominenz hat sich hier angesiedelt und bevölkert dann abends die ‚Sehn und Gesehen werden-Treffs in Velden und Pörtschach. Die Lake Side Strandbar-Marina Reifitz ist so eine Location, wo die Schönen und Reichen auch schon mal mit dem Motorboot anlegen, um Gourmetschmankerln mit einem traumhaften Blick zu genießen.
Uns interessiert aber eigentlich mehr die schöne Architektur rund um den See, bei der Franz Baumgartner seine Handschrift hinterlassen hat. Kleine, spitze Türmchen ragen wie Wegweiser zu einem verwunschenen Märchenschloss zwischen den Bäumen hervor und es würde uns gar nicht wundern, wenn plötzlich auch eine Märchenprinzessin auf ihrem weißen Schimmel auftauchen würde. Allen voran prankt das Schloss Velden, durch die Fernsehserie zu internationalem Bekanntheitsgrad gelangt und Zugpferd der Region, hoheitsvoll im Zentrum von Velden.
Ruhig tuckert unser Schiff dahin, vorbei auch an den Bausünder der 70er, mit den typisch schmucklosen Hotelkomplexen, die so gar nicht zu dem schönen Ambiente passen wollen. Ziemlich entspannt, aber auch beeindruck von der Vielfalt verlasen wir das Schiff und brechen auf zu unserer Wanderung zu den Spintikteichen - drei Stunden soll die gesamte Gehzeit betragen und eine gemächliche Angelegenheit werden. Na, da bin ich ja mal gespannt, denn die langjährige Erfahrung hat gezeigt, dass die Zeitauskünfte der Ansässigen meist etwas untertrieben sind. Wir wandern durch saftig grüne Wälder, denen der üppige Mairegen sehr gut getan hat, vorbei an einigen wenigen Häusern, wieder durch den Wald entlang der Schautafeln mit Informationen über die Region und auch deren Mythen. In die Themenabschnitte der vier Elemente ist der Rundwanderweg eingeteilt und auch symbolisch mit diesen Farben gekennzeichnet. Der Sage nach ist das „Wörthersee Mandl“ für die Entstehung des Sees verantwortlich und begleitet den Wanderer auf der gesamten Tour. Zwischendurch immer wieder der faszinierende Blick auf den schimmernden Wörthersee. Und tatsächlich, nach mühelosem Dahinwandern, photographieren und ausgiebigem Plauschen, stehen wir nach knapp eineinhalb Stunden vor dem ersten der Spintikteiche auf 610 Metern Höhe. Das Naturschutzgebiet ist Teil des insgesamt 55 km langen Rundwanderweges, der in unterschiedlichsten Etappen bewältigt werden kann. Im Moorwasser der Spintikteiche tummeln sich recht munter zahlreiche Fische und im Sommer laden idyllische Badeplätze wie zu Omas Zeiten zum Sprung ins Nass. Uns ist Ende Mai noch zu kalt dafür und so schauen wir, gemütlich auf der Bank rastend, nur den Fischen bei ihren Runden im See zu. Der Rückweg vergeht wie im nu und damit hat die Zeitangabe fast auf die Minute gepasst. www.wandern.woerthersee.com
Krönender Abschluss eines Wörtherseetages ist sicherlich ein Abendessen im Seespitz, dem Seerestaurant des Schloss Velden, das mit seiner phänomenalen Lage direkt am See punktet und mit seiner Zwei-Hauben-Küche zu einem romantisch-kulinarischem Highlight am See verführt. Denn wer das Dinner am Mittwoch, Freitag oder Sonntag im Seespitz genießt, kann hier ab 22 Uhr sozusagen fußfrei aus der ersten Reihe die „Klangwelle“ mit Rock, Pop und Klassik genießen. Musikalische Leckerbissen werden dabei mit einer grandiosen Licht- und Lasershow untermalt, die den See in ein farbenfrohes Licht taucht und nun endlich wirklich so etwas wie Sommerfeeling aufkommen lässt!
Und wo wird gewohnt? Müßig zu erwähnen, dass es am Wörthersee fast endlos viele Möglichkeiten an Unterkünften gibt und so wollen wir nur einige wenige herausgreifen. Wir logierten im teilrenovierten dem 4*Hotel Park’s in Velden, direkt am Wörthersee See gelegen, das eindeutig mit seiner Lage in einer phänomenalen Parklandschaft punktet. Der neue Spabereich mit 1.800 m² mit direktem Seezugang verspricht erholsames Relaxen auch an Regentagen, die uns der heurige Sommer bis jetzt ja reichlich beschert hat. Ebenso genießenswert ist die Terrasse mit dem neuen SOL Beachclub, der einen wirklich schönen (Über)Blick über den Wörtherssee in absoluter Ruhe genießen lässt und der Skywalk ermöglicht den direkten Seezugang trockenen Fußes vom Hotelzimmer aus. Für die Küche zeichnet Wini Bruger verantwortlich und er hat sich auf internationale und leichte, asiatische Küche spezialisiert.
16 x Kuscheln am Wörthersee im ****Hotel Park's:
4x erholsam Schlafen, 4x Kulinarik vom Feinsten ( reichhaltiges Frühstücks-Buffet bis 11 Uhr auf der Sonnenterrasse und 5-Gang-Gourmetwahlmenü mit Salatbuffet am Abend), 4 x Wellness (alle Spa-Angebote und 1 x entspannende Rückenmassage), 4 x Verwöhnen (1 Obstteller und 1 Rose am Zimmer, 1 Solarium Jeton, 1 Cocktail „Sex on the beach“, 1 Feel-Free-Feeling auf unserer Dachterrasse), € 339,- pro Person im Doppelzimmer Parkside, buchbar ab sofort bis 10. Juli 2010 und von 22. Aug. bis 31. Okt. 2010
Viel ruhiger und fast abgeschieden lassen sich einige Urlaubstage in der Villa Rainer, einem 4****-Superior Hotel in Pörtschach, verbringen. Ein Haus mit langer Tradition, eines 13.000 m² großen Parks in idyllischer Abgeschiedenheit abseits der Straße,mit 100 m Seeufer und drei Badestegen und einer gutbürgerlich-familiären Atmosphäre in der stilvoll renovierten Villa aus dem Jahre 1912, ist hier die Sommerfrische wie anno dazumal garantiert. Seit 2008 ist das Hotel Villa Rainer mit 4****-Superior ausgezeichnet und ist damit das erste Hotel rund um den Wörthersee in dieser Kategorie. Das Superior steht für erstklassige Qualität in der Einrichtung und ein hohes Maß an Service in der Betreuung. Die Aktivwochen im Hotel Rainer zwischen 3. und 11. Juli und 21. bis 29. August 2010 bieten 7 Nächte im Doppelzimmer, alle mit Balkon und Seeblick, kulinarische Halbpension, alle Villa Rainer-Inklusiv-Leistungen, 3 Aktivitäten wahlweise aus Greenfees (auf 6 Plätzen), Tennis-Trainerstunden, Massagen oder geführten Wanderungen ab € 1.078,– pro Person.
****S Hotel Villa Rainer
Werftenstraße 57-59 9210 Pörtschach am Wörthersee Kärnten - Österreich T +43 4272 2300 F +43 4272 2300 17 Ehotel@rainer.at I:www.rainer.at
See und Berge war unser Thema und es hat sich gezeigt, dass es tatsächlich noch reichlich Interessantes abseits des Wassers zu erkunden gibt. Was in Anbetracht des (Sommer)Wetters nicht oft genug gesagt werden kann!